Gold- und Silber-Crash 2026: Chinas Spekulanten, Trump und die Fed schocken die Märkte

Was sich am Edelmetallmarkt in den letzten Tagen abgespielt hat, wird in die Geschichte eingehen. Gold und Silber galten lange als Bollwerk der Stabilität, doch genau dieses Bild zerbrach Ende Januar 2026 innerhalb weniger Stunden. Ein explosives Zusammenspiel aus chinesischer Spekulation, politischer Unsicherheit in den USA und überhitzten Märkten ließ die Preise kollabieren.

Der Crash kam nicht aus dem Nichts. Doch sein Ausmaß schockierte selbst erfahrene Marktteilnehmer.

Der Auslöser: Trump, die Fed und ein plötzlich starker Dollar

Wie bereits im Wochenrückblick KW 05/2026 analysiert, markierte die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Kevin Warsh als neuen Fed-Chef nominieren zu wollen, den Wendepunkt. Die Personalie kippte die zuvor eingepreiste Zinssenkungsfantasie abrupt.

Der US-Dollar zog scharf an und entzog Gold und Silber binnen Minuten den Boden. Allein am Freitag, dem 30. Januar, verlor Gold zeitweise mehr als 9 %, Silber brach sogar um 26 % ein. Es war der größte Tagesverlust der Silbergeschichte und der heftigste Gold-Abverkauf seit über einem Jahrzehnt.

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Überhitzung aus Asien: Chinesische Spekulanten treiben und stoppen die Rally

Wochenlang hatten vor allem chinesische Investoren, von Privatanlegern bis zu großen Aktienfonds, massiv Kapital in Edelmetalle und Industriemetalle gelenkt. Gold, Silber, Kupfer und sogar Zinn entkoppelten sich zunehmend von fundamentalen Daten. Der Markt wurde zur reinen Momentum-Wette.

Trendfolgende CTAs, Optionshändler und ETF-Investoren verstärkten die Bewegung zusätzlich. Besonders Silber, ein vergleichsweise kleiner Markt, geriet in einen regelrechten Squeeze. Am Freitag wechselten beim iShares Silver Trust (SLV) Anteile im Wert von über 40 Mrd. US-Dollar den Besitzer – ein Rekord.

Als sich das Narrativ drehte, kam der Rückwärtsgang ebenso brutal.

Der Freitagsschock: Wenn Liquidität plötzlich verschwindet

Wie im Freitags-Rückblick vom 30.01.2026 beschrieben, setzte der Abverkauf zunächst in den USA ein und beschleunigte sich dann während der asiatischen Sitzung. Genau dort, wo zuvor die Rally immer neuen Treibstoff erhalten hatte, begannen chinesische Investoren Gewinne mitzunehmen.

„China hat verkauft und wir tragen nun die Konsequenzen“, brachte es ein ehemaliger Bridgewater-Manager auf den Punkt.

Innerhalb von Minuten verlor Gold über 200 US-Dollar, Silber rauschte durch mehrere charttechnische Unterstützungen. Kupfer, das zuvor kurzzeitig über 14.500 US-Dollar je Tonne explodiert war, folgte ebenfalls nach unten.

Psychologie statt Fundamentaldaten

Marktbeobachter beschrieben den Handelstag mit Worten wie parabolisch, unhandelbar und frenetisch. Selbst auf der weltweit größten Münzmesse in Deutschland verfolgten Händler sprachlos die Kursbewegungen auf ihren Smartphones.

Dabei war die Rally langfristig durchaus erklärbar:
– massive Zentralbankkäufe,
– Misstrauen gegenüber dem US-Dollar,
– geopolitische Spannungen von Venezuela bis Iran.

Doch in den letzten Wochen wurde daraus ein Spekulationsfieber, das historische Parallelen zu 1979/80 weckt.

Silber besonders verwundbar

Während Gold trotz des Einbruchs vergleichsweise stabil blieb, traf es Silber mit voller Wucht. Der gesamte Jahresmarkt für Silber ist kaum größer als der Tagesumsatz mancher Aktienmärkte. Entsprechend heftig wirken Optionsspekulationen und ETF-Ströme.

Als die Aufwärtsbewegung stoppte, mussten Market Maker ihre Absicherungen auflösen, ein klassischer mechanischer Abverkauf, der die Verluste beschleunigte.

Blick nach vorne: Bodenbildung oder nur eine Pause?

Zum Wochenstart setzten sich die Verluste zunächst fort. Gold, Silber und Kupfer markierten neue Zwischentiefs. Doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass physische Käufer zurückkehren könnten – insbesondere im Vorfeld des chinesischen Neujahrs, traditionell eine starke Nachfragephase. In wichtigen Handelszentren wie Shuibei blieb Panik aus. Zwar nahm das Verkaufsinteresse bei Silber zu, doch Goldbarren und Schmuck wurden weiter nachgefragt – teils mit Aufschlägen auf die Börsenpreise.

Gleichzeitig ziehen chinesische Banken die Zügel an und erhöhen Margen sowie Mindestbeträge für Goldsparpläne. Auch die Börsenaufsicht versucht, die exzessive Spekulation einzudämmen.

Aktueller Marktstand: Erholung vom Tief – technische Marken im Fokus

Am frühen Abend zeigt sich an den Edelmetallmärkten eine erste technische Gegenbewegung. Gold notiert gegen 19:30 Uhr bei 4.656,67 US-Dollar und liegt damit zwar weiterhin 204,22 US-Dollar bzw. 4,20 % im Minus, konnte sich jedoch deutlich vom Tagestief bei 4.411,18 US-Dollar lösen. Aus charttechnischer Sicht rückt nun die EMA-50-Linie bei 4.642,87 US-Dollar in den Fokus. Sie fungiert als kurzfristige Schlüsselunterstützung, ein nachhaltiger Bruch würde den Abwärtsdruck erneut erhöhen, während eine Stabilisierung darüber die Basis für eine technische Erholung legen könnte.

Chart: Goldpreisentwicklung 1 Jahr | Powered by GOYAX.de

Auch Silber bleibt hochvolatil. Der Preis liegt aktuell bei 78,653 US-Dollar, ein Tagesverlust von 5,9945 US-Dollar bzw. 7,08 %. Die vielbeachtete EMA 50 bei 84,20 US-Dollar wurde klar unterschritten und stellt nun einen markanten Widerstandsbereich dar. Erst eine Rückeroberung dieser Zone würde das kurzfristige Chartbild wieder aufhellen. Bis dahin bleibt Silber besonders anfällig für weitere Schwankungen.

Chart: Silber 1 Jahr | Powered by GOYAX.de

Fazit für Anleger: Der Markt bleibt nervös – Chancen und Risiken zugleich

Der Crash war heftig, aber nicht irrational. Er war das Ergebnis einer überdehnten Spekulationsphase, verstärkt durch politische Signale aus Washington. Für langfristige Anleger bleibt Gold ein strategischer Vermögensbaustein – kurzfristig jedoch dürfte die Volatilität hoch bleiben.

Wer jetzt einsteigt, sollte sich der Risiken bewusst sein. Doch wie so oft gilt: Große Bewegungen schaffen auch neue Einstiegschancen – insbesondere dann, wenn Emotionen den Markt dominieren.

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