Barrick Mining (ISIN: CA0679011084) mit unerwarteten Neuigkeiten aus Mali. Nach mehr als zwei Jahren politischer Unsicherheit und zäher Verhandlungen kommt Bewegung in eines der wichtigsten Goldprojekte Westafrikas: Die Militärregierung in Mali hat die Bergbaulizenz für Barricks Loulo-Gounkoto-Komplex um weitere zehn Jahre verlängert. Damit endet ein Konflikt, der zeitweise existenzielle Risiken für den kanadischen Goldkonzern barg – und der beispielhaft für den neuen rohstoffpolitischen Kurs vieler afrikanischer Staaten steht.
Vom Schwelbrand zur Einigung
Die Verlängerung der Loulo-Lizenz ist das Ergebnis einer politischen und wirtschaftlichen Annäherung, die sich bereits im November vergangenen Jahres abgezeichnet hatte. Damals einigten sich Barrick und die malische Regierung grundsätzlich auf ein Ende des Streits um Gewinnverteilung, staatliche Beteiligungen und operative Kontrolle. Auslöser war der neue Bergbaukodex von 2023, mit dem Mali Steuern erhöhte und den staatlichen Einfluss auf Minenprojekte ausbaute.
Update: Barrick und Mali – Ende des langwierigen Loulo-Gounkoto-Konflikts
Wie das Gold Magazin in mehreren Vorberichten analysierte, hatte sich die Situation zwischenzeitlich dramatisch zugespitzt: Barrick leitete ein Schiedsverfahren beim Streitbeilegungsgericht der Weltbank ein, während Mali operative Eingriffe und juristischen Druck ausübte. Die nun bestätigte Lizenzverlängerung markiert daher nicht nur einen formalen Akt, sondern einen klaren politischen Kurswechsel.
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Rückzug der Klagen – Rückkehr der Kontrolle
Teil der Einigung ist Barricks Rückzug aus dem internationalen Schiedsverfahren sowie die Einstellung aller Verfahren gegen den Konzern und verbundene Gesellschaften. Im Gegenzug erhielt Barrick die volle operative Kontrolle über den Loulo-Gounkoto-Komplex zurück, inklusive der Freilassung zuvor festgesetzter Mitarbeiter.
Diese Deeskalation ist für beide Seiten von zentraler Bedeutung: Mali sichert sich stabile Einnahmen aus seinem wichtigsten Goldprojekt, während Barrick Planungssicherheit für eines seiner profitabelsten Assets erhält.
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Neue Machbarkeitsstudie stärkt Projektlaufzeit
Im Zuge des Genehmigungsprozesses legte Barrick eine aktualisierte Machbarkeitsstudie vor. Diese identifiziert wirtschaftlich abbaubare Reserven für sechs Jahre Tagebau sowie 16 Jahre Untertagebetrieb. Die geschätzte jährliche Bruttogoldproduktion liegt bei rund 420.900 Unzen.
Damit wird deutlich: Loulo-Gounkoto ist nicht nur kurzfristig gesichert, sondern bleibt auch langfristig ein Eckpfeiler im Produktionsportfolio von Barrick. Für Investoren ist dies ein entscheidender Punkt, nachdem der Konflikt zuletzt erhebliche Bewertungsabschläge verursacht hatte.
Goldpreis als stiller Verhandlungspartner
Nicht zu unterschätzen ist die Rolle des Goldpreises in diesem Konflikt. Das anhaltend hohe Preisniveau hat den ökonomischen Wert von Loulo-Gounkoto deutlich erhöht – und damit auch den politischen Druck auf beide Seiten. Für Mali wurde das Projekt zu wichtig, um es durch Eskalation zu gefährden. Für Barrick wiederum war klar: Ein Verlust oder längerer Stillstand eines Assets mit rund 420.000 Unzen Jahresproduktion wäre angesichts des Marktumfelds kaum zu kompensieren gewesen.
Gerade in Phasen hoher Goldpreise treten staatliche Begehrlichkeiten stärker zutage. Gleichzeitig steigt aber auch der Anreiz, bestehende Minen stabil zu halten, statt Investoren zu verschrecken. Die nun erzielte Einigung zeigt, dass der Goldpreis nicht nur Treiber von Unternehmensgewinnen ist, sondern zunehmend auch ein ordnungspolitischer Faktor in rohstoffreichen Ländern.
Loulo-Gounkoto: Barricks Ertragsanker in Westafrika
Der Minenkomplex im Westen Malis ist das größte Goldförderprojekt des Landes und zugleich Barricks profitabelste Mine weltweit. Allein im Jahr 2024 erwirtschaftete Loulo-Gounkoto einen Umsatz von knapp 900 Millionen US-Dollar – ein Wert, der die strategische Bedeutung des Standorts unterstreicht.
Gerade vor dem Hintergrund steigender geopolitischer Risiken und wachsender staatlicher Eingriffe in rohstoffreiche Länder ist die nun erzielte Stabilisierung von besonderem Gewicht. Sie zeigt, dass selbst in politisch schwierigen Jurisdiktionen tragfähige Kompromisse möglich sind, sofern beide Seiten wirtschaftliche Realitäten anerkennen.
Signalwirkung über Mali hinaus
Die Einigung hat über den Einzelfall hinaus Bedeutung. Zahlreiche afrikanische Staaten überarbeiten derzeit ihre Bergbaugesetze, um stärker von hohen Rohstoffpreisen zu profitieren. Der Fall Barrick in Mali dürfte dabei als Blaupause dienen: Härtere Verhandlungspositionen des Staates, gefolgt von pragmatischen Lösungen, sobald Investitionen, Arbeitsplätze und Staatseinnahmen gefährdet sind.
Für internationale Bergbaukonzerne bleibt die Lehre eindeutig: Politisches Risiko ist kein Randthema mehr, sondern ein zentraler Faktor der Unternehmensbewertung.
Fazit: Entspannung mit Restunsicherheit
Mit der Verlängerung der Loulo-Lizenz gewinnt Barrick wertvolle Zeit und Planungssicherheit. Der Konflikt mit Mali ist vorerst beigelegt, die wirtschaftliche Grundlage des Projekts gestärkt. Dennoch bleibt Wachsamkeit geboten: Der politische Kurs Malis kann sich erneut verschärfen, insbesondere wenn Goldpreise weiter steigen und Begehrlichkeiten wachsen.
Für Barrick ist Loulo-Gounkoto damit zugleich Erfolgsgeschichte und Mahnung. Und für Anleger ein Beispiel dafür, wie eng Geopolitik und Goldförderung inzwischen miteinander verflochten sind.
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Wer ist Barrick Mining?
Barrick Mining Corporation (bis zum 06. Mai 2025 Barrick Gold Corp.) ist mit einer Förderung von über 7 Mio. Unzen bzw. etwa 200 t Gold im Jahr das größte Goldbergbauunternehmen der Welt. Der Hauptsitz befindet sich in Toronto. Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P/TSX 60 an der Toronto Stock Exchange gelistet. Zudem stellt es die größte Position im wichtigsten Branchen-Index, dem NYSE Arca Gold BUGS Index, dar.


