Ein Milliardenprojekt, welches jahrelang stillstand, könnte nun ein überraschendes Comeback erleben. In Kolumbien sorgt eine neue Übernahme im Goldsektor für Aufmerksamkeit. Ein lokaler Produzent greift nach einem der größten unerschlossenen Goldvorkommen des Landes – zu einem Preis, der auf den ersten Blick fast erstaunlich niedrig wirkt.
Mineros kauft La Colosa von AngloGold
Der lateinamerikanische Goldproduzent Mineros übernimmt das stillgelegte La-Colosa-Goldprojekt in Kolumbien vom Branchenriesen AngloGold Ashanti.
Der Kaufpreis wirkt im Verhältnis zur Größe der Lagerstätte überraschend niedrig:
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10 Mio. US-Dollar sofort bei Abschluss
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bis zu 60 Mio. US-Dollar an möglichen Meilensteinzahlungen
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Zahlungen sind vor allem an Umweltgenehmigungen und Projektfortschritt gekoppelt
Übernommen wird dabei die gesamte kolumbianische Tochtergesellschaft von AngloGold, die die Bergbaukonzession für das Projekt hält. Der Abschluss der Transaktion wird noch für das erste Quartal 2026 erwartet.
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Eines der größten Goldvorkommen Kolumbiens
Das Projekt liegt in der Gemeinde Cajamarca, etwa 150 Kilometer westlich von Bogotá, im geologisch bedeutenden Middle-Cauca-Metallgürtel.
Nach einer letzten Ressourcenschätzung aus dem Jahr 2024 umfasst das Vorkommen:
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23,35 Mio. Unzen Gold (Indicated) bei 0,87 g/t
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4,98 Mio. Unzen Gold (Inferred) bei 0,71 g/t
Damit gehört La Colosa zu den größten unerschlossenen Goldlagerstätten Lateinamerikas.
Für Mineros bedeutet der Deal mit AngloGold eine strategische Option: Selbst wenn nur ein Teil der Ressourcen später erschlossen wird, könnte sich das Projekt langfristig als bedeutende Goldmine entwickeln.
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Extrem günstiger Preis pro Unze
Besonders bemerkenswert ist der Preis pro Unze Gold im Boden. Analysten zufolge zahlt Mineros umgerechnet nur rund 2,50 US-Dollar pro Unze Gold.
Zum Vergleich:
Bei vergleichbaren Goldprojekt-Transaktionen in Lateinamerika lag der Durchschnitt zuletzt bei etwa 19 US-Dollar pro Unze.
Damit gehört der Deal zu den günstigsten Akquisitionen großer Goldprojekte der vergangenen Jahre. Der niedrige Preis erklärt sich jedoch durch erhebliche Risiken.
Projekt seit 2017 auf Eis
Das La-Colosa-Projekt steht seit Jahren im Zentrum sozialer und politischer Konflikte. AngloGold Ashanti entdeckte das Vorkommen bereits 2006 und plante ursprünglich eine große Tagebaumine mit Zyanid-Aufbereitung. Doch Umweltbedenken und Proteste der lokalen Bevölkerung führten zu massiven Widerständen. Im Jahr 2017 stimmten bei einem lokalen Referendum rund 98 % der Einwohner von Cajamarca gegen den Bergbau.
Die Folge:
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Exploration wurde gestoppt
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Genehmigungen verzögerten sich
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das Projekt wurde praktisch eingefroren
Seitdem lag die Lagerstätte brach.
Warum der La-Colosa-Deal so günstig ist
Auf den ersten Blick wirkt die Übernahme des La-Colosa-Goldprojekts durch Mineros wie ein Schnäppchen. Rund 28 Millionen Unzen Gold im Boden – für nur 10 Millionen US-Dollar Kaufpreis. Doch der niedrige Preis hat mehrere Gründe:
- Politischer Widerstand: Bei einem Referendum 2017 lehnten rund 98 % der Einwohner von Cajamarca den Bergbau in der Region ab.
- Genehmigungsrisiko: Ohne Umweltlizenz und Entwicklungsplan kann das Projekt nicht vorangetrieben werden.
- Meilensteinzahlungen: Der Großteil des Kaufpreises (bis zu 60 Mio. Dollar) wird nur fällig, wenn Genehmigungen tatsächlich erteilt werden.
- Projekt seit Jahren stillgelegt: Exploration und Entwicklung liegen seit 2017 praktisch auf Eis.
Fazit: Mineros erhält Zugang zu einem der größten Goldsysteme Kolumbiens – übernimmt dafür aber auch erhebliche politische und soziale Risiken.
Mineros setzt auf Dialog mit Gemeinden
Der neue Eigentümer verfolgt einen anderen Ansatz.
Mineros will zunächst Vertrauen mit lokalen Gemeinden und Behörden aufbauen, bevor das Projekt weiterentwickelt wird.
Teil der Strategie:
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mögliche Umbenennung des Projekts
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enger Dialog mit lokalen Interessengruppen
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neue Umwelt- und Entwicklungspläne
Ob dies gelingt, bleibt jedoch offen. Ohne gesellschaftliche Akzeptanz dürfte eine Mine kaum genehmigt werden.
AngloGold zieht sich aus riskantem Projekt zurück
Für AngloGold Ashanti ist der Verkauf Teil einer strategischen Neuausrichtung.
Das Unternehmen trennt sich damit von einem Projekt mit hohem politischem Risiko und konzentriert sich stattdessen auf andere Entwicklungsprojekte – darunter weiterhin das Quebradona-Projekt in Kolumbien, das von der Transaktion ausdrücklich ausgenommen ist.
Mineros stärkt Lateinamerika-Strategie
Für Mineros bleibt die Produktion aktuell durch bestehende Minen gesichert:
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Nechí-Alluvialbetrieb in Kolumbien
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Hemco-Mine in Nicaragua
Für 2026 erwartet das Unternehmen eine Produktion von etwa 213.000 bis 233.000 Unzen Gold.
Mit der Übernahme von La Colosa erhält Mineros nun zusätzlich eine langfristige Wachstumsoption. Bereits 2025 hatte das Unternehmen seine Projektpipeline mit dem Erwerb des La-Pepa-Explorationsprojekts in Chile erweitert.
Fazit: Hochrisiko-Deal mit riesigem Potenzial
Die Übernahme des La-Colosa-Goldprojekts ist ein klassischer High-Risk-High-Reward-Deal.
Mineros sichert sich ein gigantisches Goldsystem zu einem extrem niedrigen Preis – allerdings mit erheblichen politischen und sozialen Unsicherheiten.
Sollte es dem Unternehmen gelingen, die Genehmigungen zu erhalten und die lokale Bevölkerung einzubinden, könnte aus dem jahrelang blockierten Projekt eines Tages wieder eines der größten Goldminenprojekte Kolumbiens werden.
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