Rio Tinto unter Druck: Mongolei Forderung für Oyu Tolgoi überschattet Lithiumstart in Argentinien

Der Rohstoffriese Rio Tinto steht derzeit gleich an zwei strategisch wichtigen Fronten im Fokus. Während die Regierung der Mongolei eine Neuverhandlung der wirtschaftlichen Bedingungen rund um die riesige Kupfer- und Goldmine Oyu Tolgoi fordert, meldet der Konzern gleichzeitig Fortschritte bei seiner Expansion in den Zukunftsrohstoff Lithium.

Die Entwicklungen zeigen: Rio Tinto bewegt sich zunehmend im Spannungsfeld zwischen geopolitischen Interessen rohstoffreicher Staaten und dem globalen Wettlauf um Batteriemetalle.

Mongolei fordert größeren Anteil an Oyu Tolgoi

Die mongolische Regierung hat den Druck auf Rio Tinto erhöht und verlangt eine Neuverhandlung der kommerziellen Bedingungen des Oyu-Tolgoi-Projekts. Das rund 18 Milliarden US-Dollar schwere Bergbauprojekt zählt zu den wichtigsten Kupfer- und Goldminen der Welt und soll bis zum Ende des Jahrzehnts zu den größten Kupferminen global aufsteigen.

Der Staat hält derzeit 34 % an dem Projekt, während Rio Tinto über seine Beteiligungsstruktur rund 66 % kontrolliert.

Kritik aus Ulaanbaatar richtet sich vor allem gegen die Finanzierung des mongolischen Projektanteils. Das Land hatte Milliardenkredite aufgenommen, um seinen Anteil an den Entwicklungskosten zu bezahlen – mit einem Zinssatz von über 11 %. Nun fordert die Regierung eine Reduzierung auf weniger als 6 % sowie niedrigere Managementgebühren für Rio Tinto.

Sollte keine Einigung erzielt werden, steht laut Berichten sogar eine Erhöhung der Exportsteuern auf die Rohstoffe aus der Mine im Raum.

Das Projekt besitzt enorme Bedeutung: Die Mine könnte langfristig rund 500.000 Tonnen Kupfer pro Jahr produzieren und gilt als einer der wichtigsten Wachstumstreiber im Portfolio von Rio Tinto.

Für Investoren zeigt der Konflikt erneut, wie stark große Rohstoffprojekte von politischen Rahmenbedingungen abhängig sind.

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Erste Lithiumlieferung aus Argentinien

Während in der Mongolei politischer Druck wächst, vermeldete Rio Tinto gleichzeitig einen Meilenstein in Südamerika:

Der Konzern hat die erste kommerzielle Lieferung von Lithiumcarbonat aus dem Projekt Rincon lithium in Argentinien verschifft. Die erste Lieferung umfasste etwa 200 Tonnen Lithiumcarbonat, die vom Hafen Buenos Aires nach Shanghai transportiert wurden.

Das Projekt liegt im sogenannten Lithium-Dreieck Südamerikas und gilt als zentraler Baustein in Rio Tintos Strategie, stärker in den Batteriemetallmarkt einzusteigen. Langfristig soll die Anlage eine Produktionskapazität von rund 53.000 Tonnen Lithiumcarbonat pro Jahr erreichen. Die kommerzielle Großproduktion wird für 2028 erwartet, gefolgt von einer mehrjährigen Ramp-up-Phase.

Lithium gilt als Schlüsselrohstoff für Batterien in Elektrofahrzeugen und Energiespeichern – ein Markt, dessen Nachfrage in den kommenden Jahren stark wachsen dürfte.

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Strategischer Balanceakt eines Rohstoffgiganten

Die beiden Entwicklungen zeigen exemplarisch die strategische Lage großer Bergbaukonzerne:

  • Auf der einen Seite stehen politische Risiken in rohstoffreichen Ländern, die zunehmend höhere Beteiligungen an Projekten verlangen.

  • Auf der anderen Seite versuchen Unternehmen wie Rio Tinto, sich frühzeitig in Zukunftsmetallen wie Lithium zu positionieren.

Für Anleger bleibt Rio Tinto damit ein Rohstoffkonzern mit breiter Diversifikation – von Kupfer und Gold über Eisenerz bis hin zu Batteriemetallen.

Die nächsten Monate könnten jedoch entscheidend sein: Sollte der Konflikt um Oyu Tolgoi eskalieren, hätte dies potenziell Auswirkungen auf eines der wichtigsten Kupfer- und Goldprojekte der kommenden Jahrzehnte.

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