Barrick Mining (ISIN: CA06849F1080): Es sollte eines der wichtigsten Bergbauprojekte der kommenden Jahrzehnte werden. Milliardeninvestitionen, jahrzehntelange Produktion und strategische Bedeutung für den Kupfermarkt. Doch plötzlich bremst Barrick. Sicherheitsprobleme, steigende Kosten und ein verschobener Zeitplan sorgen nun für neue Unsicherheit und werfen Fragen zur Strategie des Goldgiganten auf.
Barrick verlangsamt Entwicklung wegen eskalierender Sicherheitslage in Krisenregion
Der kanadische Bergbauriese Barrick hat ein überraschendes Update zum Reko-Diq-Projekt in Pakistan veröffentlicht. Demnach wird die Entwicklung des Milliardenprojekts deutlich verlangsamt. Grund dafür ist eine Verschlechterung der Sicherheitslage in der Region.
Dass Barrick die Entwicklung von Reko Diq verlangsamt, kommt nicht aus dem Nichts. Das Projekt liegt in der pakistanischen Provinz Belutschistan, einer Region, die seit Jahren von politischen Spannungen, Separatistenbewegungen und wiederkehrenden Anschlägen geprägt ist. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage erneut verschärft. Berichte über koordinierte Angriffe auf Sicherheitskräfte, Infrastruktur und staatliche Einrichtungen haben die Risiken für internationale Unternehmen deutlich erhöht.
Hinzu kommt die geografische Lage. Reko Diq befindet sich in einer abgelegenen Wüstenregion nahe der Grenzen zu Iran und Afghanistan. Infrastruktur ist dort kaum vorhanden, Transportwege sind lang und schwer zu sichern. Für ein Milliardenprojekt bedeutet jede Verschlechterung der Sicherheitslage wirkt sich auc unmittelbar auf Bauzeit, Logistik und Personalplanung aus. Genau diese Faktoren dürften Barrick nun zu einer vorsichtigeren Gangart gezwungen haben.
Die Entwicklung wird gebremst. Die Projektprüfung verlängert sich bis Mitte 2027. Gleichzeitig warnt Barrick erstmals offen vor signifikanten Kostensteigerungen und möglichen Verzögerungen beim Zeitplan. Das ist bemerkenswert. Denn bislang galt Reko Diq als einer der wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens.
Interessierte Leser sollten auch unseren Wochenrückblick im Blick behalten: KW 14 2026 Gold stark, Silber stark, Markt nervös und dazu ein Blick auf Goldaktien Barrick, Newmont, Northern Star, Gold Fields, Agnico Eagle Mines
Kosten von fast 10 Milliarden Dollar könnten steigen
Mit der verschärften Sicherheitslage steigen automatisch auch die Kostenrisiken. Schon heute gehört Reko Diq zu den teuersten Bergbauprojekten der kommenden Jahre. Allein für Phase 1 wurden bislang bis zu 6 Milliarden US-Dollar veranschlagt, für Phase 2 weitere rund 3,6 Milliarden US-Dollar. Doch genau hier sieht Barrick nun erheblichen Anpassungsbedarf.
Mehrere Faktoren könnten die Kosten nach oben treiben: zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, verzögerte Bauarbeiten, steigende Finanzierungskosten sowie der massive Infrastrukturaufbau in einer abgelegenen Region. Straßen, Stromversorgung, Wasserleitungen und Unterkünfte müssen teilweise erst geschaffen werden. Kommen Verzögerungen hinzu, wirken Inflation und steigende Baukosten zusätzlich belastend.
Gerade bei Mega-Projekten im Bergbau zeigt die Vergangenheit, dass Verzögerungen schnell Milliarden verschlingen können. Dass Barrick nun ausdrücklich vor „signifikanten Kostensteigerungen“ warnt, dürfte daher als ernstzunehmendes Signal verstanden werden und erhöht die Unsicherheit rund um eines der wichtigsten Zukunftsprojekte des Unternehmens deutlich.
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Reko Diq: Einer der größten Kupferfunde der Welt
Dabei handelt es sich bei Reko Diq nicht um irgendein Projekt. Die Lagerstätte zählt zu den größten unerschlossenen Kupferprojekten weltweit.
- rund 15 Millionen Tonnen Kupferreserven
- Lebensdauer von rund 37 Jahren
- über 70 Milliarden US-Dollar erwarteter Free Cashflow
- rund 90 Milliarden US-Dollar operativer Cashflow
Das erklärt, warum Barrick trotz der Probleme am Projekt festhält. Das Unternehmen betont weiterhin den langfristigen Wert von Reko Diq. Auch Phase 1 wurde grundsätzlich genehmigt, allerdings mit reduziertem Kapitalaufwand. Eine konkrete Summe nennt das Unternehmen nicht. Genau das dürfte Anleger aufmerksam machen.
Denn ursprünglich war allein für Phase 1 ein Budget von bis zu 6 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Wenn Barrick nun von reduziertem Kapital spricht, bedeutet das in der Regel, dass Bauarbeiten verschoben, Infrastrukturinvestitionen gestreckt und der Projektfortschritt verlangsamt werden.
Mit anderen Worten: Reko Diq bleibt ein strategisches Schlüsselprojekt, aber Barrick tritt zunächst auf die Bremse. Und genau das zeigt, wie ernst die aktuellen Risiken eingeschätzt werden.
Strategischer Kurswechsel: Kupfer wird für Barrick immer wichtiger
Bereits in unserem letzten Bericht hatten wir darauf hingewiesen, dass Barrick seine Strategie zunehmend Richtung Kupfer verschiebt. Reko Diq ist dabei ein zentraler Baustein. Barrick-CEO Mark Bristow sieht Kupfer als Schlüsselmetall der kommenden Jahrzehnte. Energiewende, Elektromobilität, Infrastruktur, der Kupferbedarf dürfte massiv steigen.
Genau deshalb ist die Verzögerung bei Reko Diq strategisch relevant. Denn ohne dieses Projekt wird Barricks Kupfer-Wachstumsstory schwieriger.
Das Projekt wird gemeinsam mit der pakistanischen Regierung und der Provinzverwaltung entwickelt. Eine Partnerschaft, die Chancen bietet aber eben auch politische Risiken.
Barrick will nun bis Mitte 2027:
- Sicherheitslage neu bewerten
- Finanzierung prüfen
- Projektumfang überarbeiten
- Zeitplan anpassen
Bis dahin bleibt das Projekt in Wartestellung.
Markt dürfte aufmerksam reagieren
Für Barrick-Investoren ist die Nachricht zweischneidig:
Positiv:
Barrick bleibt vorsichtig und vermeidet möglicherweise spätere Überraschungen.
Negativ:
Ein wichtiger Wachstumstreiber wird verzögert und möglicherweise teurer.
Gerade in einem Umfeld steigender Rohstoffnachfrage sind solche Verzögerungen kritisch.
Denn Kupfer gilt zunehmend als strategischer Rohstoff der Energiewende.
Fazit: Großprojekt bleibt – aber Unsicherheit steigt
Reko Diq bleibt eines der spannendsten Bergbauprojekte weltweit. Doch die Risiken sind gestiegen. Steigende Kosten. Verzögerter Zeitplan. Geopolitische Unsicherheit.
Barrick bleibt zwar überzeugt vom langfristigen Potenzial. Kurzfristig dürfte das Projekt aber für mehr Vorsicht sorgen. Und genau deshalb lohnt es sich, Reko Diq weiter genau im Blick zu behalten. Denn dieses Projekt könnte die Zukunft von Barrick maßgeblich beeinflussen — im positiven wie im negativen Sinne.
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Wer ist Barrick Gold?
Barrick Gold Corporation ist mit einer Förderung von über 7 Mio. Unzen bzw. etwa 200 t Gold im Jahr das größte Goldbergbauunternehmen der Welt. Der Hauptsitz befindet sich in Toronto. Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P/TSX 60 an der Toronto Stock Exchange gelistet. Zudem stellt es die größte Position im wichtigsten Branchen-Index, dem NYSE Arca Gold BUGS Index, dar.


