Kursrutsch bei Northern Star: Produktionsprobleme drücken Erwartungen für 2026

Der australische Goldproduzent Northern Star Resources Limited (ISIN: AU000000NST8) sorgt für Unruhe am Markt. Nachdem das Unternehmen bereits im Januar seine Produktionsziele reduziert hatte, deutet sich nun an, dass selbst diese niedrigeren Erwartungen schwer zu erreichen sein könnten. Operative Probleme, schwächere Mühlenleistung und sinkende Produktivität in einigen Minen setzen dem Konzern zu. An der Börse reagierten Anleger prompt – die Aktie geriet deutlich unter Druck.

Produktionsziel erneut in Gefahr

Northern Star warnte, dass selbst das untere Ende der Produktionsprognose für das Geschäftsjahr 2026 zunehmend schwer zu erreichen sein könnte.

Der Konzern geht aktuell nur noch davon aus, mehr als 1,5 Millionen Unzen Gold zu produzieren. Damit liegt die neue Einschätzung erneut unter den bisherigen Erwartungen. Ursprünglich hatte das Unternehmen eine Jahresproduktion von 1,7 bis 1,85 Millionen Unzen in Aussicht gestellt. Bereits im Januar musste diese Prognose auf 1,6 bis 1,7 Millionen Unzen reduziert werden.

Die jüngsten Verkaufszahlen zeigen, warum der Druck steigt. Im Januar und Februar setzte der Konzern zusammen 220.000 Unzen Gold ab. Zum Vergleich: Im Dezemberquartal 2025 lagen die Verkäufe noch bei rund 348.000 Unzen. Auf Monatsbasis entspricht das damals etwa 116.000 Unzen, während der aktuelle Wert nur rund 110.000 Unzen pro Monat erreicht.

Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick gering. Für das Erreichen der bisherigen Jahresprognose wäre jedoch ein deutlich höheres Produktionstempo nötig gewesen. Northern Star hätte im Durchschnitt rund 400.000 bis 425.000 Unzen pro Quartal liefern müssen.

Mit den bisherigen Quartalsergebnissen von rund 381.000 Unzen im Septemberquartal und 348.000 Unzen im Dezemberquartal lag das Unternehmen bereits unter diesem Niveau. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass sich dieser Trend zunächst fortsetzen könnte.

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Probleme in der Supermine Kalgoorlie

Ein zentraler Grund für die schwächere Entwicklung liegt in der ikonischen Mine Kalgoorlie Consolidated Gold Mines (KCGM) in Westaustralien. Der Tagebau gehört zu den größten Goldminen Australiens und bildet das Herzstück des Produktionsportfolios von Northern Star Resources. Gleichzeitig stellt die Anlage das Unternehmen aktuell vor erhebliche operative Herausforderungen.

Das Hauptproblem liegt in der bestehenden Aufbereitungsanlage. Northern Star erklärte, dass es schwierig sei, den erforderlichen Mühlendurchsatz konstant auf dem benötigten Niveau zu halten. Die Verarbeitungskapazität schwankt daher deutlich, was sich unmittelbar auf die Goldproduktion auswirkt. Solange die neue Mühle noch nicht in Betrieb ist, bleibt das Unternehmen auf diese ältere Anlage angewiesen. Genau hier liegt derzeit der Engpass.

Parallel dazu kam es auch in anderen Bereichen zu Rückschlägen. Besonders betroffen ist die Untertagemine Jundee Mine in Westaustralien. Dort sank zuletzt die Produktivität im Bergbau, was ebenfalls auf die Produktionszahlen drückte.

Northern Star hat deshalb eine operative Überprüfung der Jundee-Mine gestartet. Ziel ist es, Kosten zu senken und stärker auf höhermargige Unzen zu setzen. Im Zuge dieser Analyse könnte auch Personal oder Ausrüstung zu profitableren Projekten innerhalb des Konzerns verlagert werden. Trotz der Probleme gibt es jedoch auch positive Signale aus Kalgoorlie. Die Bergbauaktivitäten im Tagebau laufen stabil, und die Erzvorräte wachsen weiter. Ende Februar lagen rund 100.000 Unzen hochgradiges Erz mit durchschnittlich 1,6 g/t auf Halde. Dieses Material soll erst im Geschäftsjahr 2027 verarbeitet werden und könnte dann die Produktion deutlich steigern.

Northern Star senkt Prognose 2026

Fokus verschiebt sich auf 2027

Trotz der aktuellen Probleme verfolgt das Management eine langfristigere Strategie. CEO Stuart Tonkin betonte, dass das Unternehmen in den kommenden Monaten vor allem eines vermeiden wolle: kurzfristige Produktionsziele auf Kosten der Zukunft zu erreichen. Stattdessen liegt der Fokus darauf,

  • den Übergang zur neuen Verarbeitungsanlage bei KCGM

  • und den Produktionsstart im Geschäftsjahr 2027

optimal vorzubereiten.

Die Erweiterung der Mühle bei KCGM gilt als eines der wichtigsten Projekte des Konzerns. Der Bau kommt gut voran:

  • rund 800 Auftragnehmer arbeiten direkt an der Anlage

  • weitere 400 sind mit vorbereitenden Arbeiten beschäftigt

Die Inbetriebnahme ist aktuell für Anfang des Geschäftsjahres 2027 geplant.

Es gibt aber auch gute Nachrichten bei KCGM

Ganz ohne positive Signale ist das Update allerdings nicht. Der Bergbau bei KCGM läuft weiterhin stabil. Besonders interessant für Investoren:

  • Die ROM-Lagerbestände enthalten rund 100.000 Unzen hochgradiges Erz

  • durchschnittlicher Goldgehalt: 1,6 g/t

Dieses Material soll erst im Geschäftsjahr 2027 verarbeitet werden – und könnte dann deutlich bessere Produktionszahlen ermöglichen.

Börse reagiert brutal

Die Investoren reagierten auf das Update allerdings sofort. Die Aktie von Northern Star Resources verlor heute rund 19 % und fiel von 26,77 AUD auf 21,75 AUD. Ein deutliches Minus auf Tagesbasis von – 5,02 UAD (- 18,75%). Damit zählt der Wert aktuell zu den größten Verlierern im australischen Goldsektor.

Fazit: Übergangsjahr für Northern Star

Die Situation zeigt ein klassisches Problem vieler großer Goldproduzenten:

Wenn bestehende Anlagen an ihre Grenzen stoßen und gleichzeitig neue Großprojekte im Bau sind, kann die Produktion kurzfristig unter Druck geraten.

Für Northern Star scheint 2026 zunehmend ein Übergangsjahr zu werden. Entscheidend für die Bewertung der Aktie dürfte daher sein, ob der Konzern den Start der erweiterten KCGM-Mühle im Jahr 2027 planmäßig schafft.

Gelingt das, könnte sich das Produktionsprofil des Unternehmens deutlich verbessern und damit auch die Investmentstory.

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Wer ist Northern Star genauer?

Northern Star Resources Ltd ist ein in Australien ansässiges Goldbergbauunternehmen und wird von uns deshalb als Gold Aktie bezeichnet. Dieses betreibt vorrangig drei erstklassige Goldproduktionszentren. Diese befinden sich in aussichtsreichen geologischen Umgebungen in Ländern mit geringem Staatsrisiko. Und zwar in Australien und Nordamerika. Das Segment Kalgoorlie Operations umfasst die Mine Kanowna Belle, die sich in den Eastern Goldfields in Westaustralien befindet, etwa 18 Kilometer nordöstlich von Kalgoorlie. Die Vermögenswerte in South Kalgoorlie befinden sich innerhalb des Eastern Goldfields Superterrane und das 842 Quadratkilometer große Grundstückspaket erstreckt sich über die Coolgardie, Ora Banda, Kambalda und Boorara Domains. Das Segment Yandal Operations umfasst den Betrieb Jundee, den Betrieb Thunderbox und die Goldmine Bronzewing. Der Betrieb Pogo befindet sich etwa 145 Kilometer südöstlich von Alaska.

Chart: Northern Star |Börse: Lang & Schwarz | Powered by GOYAX.de

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