Rio Tinto kommt bei seinem wichtigen Winu-Kupferprojekt in Westaustralien einen entscheidenden Schritt voran. Die Nyangumarta Warrarn Aboriginal Corporation hat dem geplanten Kupfer-Gold-Projekt auf ihrem traditionellen Land zugestimmt. Damit fällt eine wichtige Hürde für Rio Tinto! Doch bis zum ersten Kupfer ist noch einiges zu tun.
Für Rio Tinto kommt diese Nachricht zu einem wichtigen Zeitpunkt. Während der Bergbaukonzern zuletzt vor allem wegen der Entwicklungen rund um Oyu Tolgoi in der Mongolei unter Druck stand, gibt es bei Winu nun einen klaren Fortschritt. Das Projekt in Westaustralien gehört zu den wichtigsten neuen Kupferprojekten des Konzerns. Deshalb dürfte die aktuelle Vereinbarung auch für Anleger interessant sein.
Rio Tinto Winu: Eine wichtige Hürde ist genommen
Rio Tinto und die Nyangumarta Warrarn Aboriginal Corporation haben am 10. September 2026 eine langfristige Projektvereinbarung für Winu unterzeichnet. Damit geben die Nyangumarta People ihre Zustimmung zum geplanten Bergbauprojekt und der dazugehörigen Infrastruktur auf ihrem traditionellen Land.
Allerdings bedeutet diese Zustimmung noch nicht, dass bei Winu sofort gebaut werden kann. Das Projekt benötigt weiterhin die notwendigen behördlichen Genehmigungen. Zudem muss Rio Tinto noch eine finale Investitionsentscheidung treffen. Dennoch ist der Schritt von großer Bedeutung, denn die Zustimmung der Traditional Owners war eine zentrale Voraussetzung für die weitere Entwicklung.
Rio Tinto Winu – die wichtigsten Fakten
- Projekt: Winu Kupfer-Gold-Projekt in Westaustralien
- Beteiligung: Rio Tinto 70 %, Sumitomo Metal Mining 30 %
- Standort: Great Sandy Desert, rund 300 Kilometer südlich von Broome
- Ziel: erster Kupferausstoß bis 2030
- Neuer Fortschritt: Zustimmung der Nyangumarta People zur geplanten Entwicklung
- Noch offen: weitere behördliche Genehmigungen und finale Investitionsentscheidung
Winu soll Rio Tinto beim Kupfer deutlich stärker machen
Warum ist Winu für Rio Tinto überhaupt so wichtig? Na ganz einfach: Kupfer wird für den Konzern strategisch immer bedeutender. Das Metall wird für Stromnetze, Elektrofahrzeuge, Rechenzentren und zahlreiche Anwendungen der Energiewende benötigt. Gleichzeitig ist es schwierig, neue große Kupferminen schnell in Produktion zu bringen.
Genau deshalb kann jedes zusätzliche hochwertige Projekt für einen großen Bergbaukonzern einen erheblichen Wert haben. Winu ist dabei nicht irgendein Explorationsprojekt, sondern das am weitesten fortgeschrittene Greenfield-Kupferprojekt von Rio Tinto. Das Unternehmen will dort bis 2030 erstmals Kupfer produzieren.
Darüber hinaus hat Rio Tinto mit Sumitomo Metal Mining bereits einen starken Partner an Bord. Rio Tinto hält 70 Prozent und bleibt Betreiber des Projekts, während Sumitomo 30 Prozent übernimmt. Damit kann Rio Tinto Entwicklung, Finanzierung und technisches Know-how auf mehrere Schultern verteilen.
Nach Oyu Tolgoi kommt diese Nachricht zur richtigen Zeit
Für Anleger ist der zeitliche Zusammenhang besonders interessant. Zuletzt hatten wir bei Rio Tinto vor allem auf die Spannungen rund um Oyu Tolgoi in der Mongolei geblickt. Dort sorgen Forderungen der mongolischen Seite weiterhin für Unsicherheit. Winu liefert dagegen jetzt ein positives Signal aus einer deutlich berechenbareren Region.
Das sollte man allerdings nicht überbewerten. Winu kann die Probleme bei Oyu Tolgoi nicht einfach ersetzen. Dafür ist das Projekt noch zu weit von der eigentlichen Produktion entfernt. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass Rio Tinto seine Kupferpipeline weiter vorantreibt und damit langfristig breiter aufgestellt sein will.
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Winu: Zustimmung ist ein Fortschritt, aber noch kein Baustart
Genau hier liegt der entscheidende Punkt für Anleger. Die neue Vereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein, aber sie ist noch keine endgültige Baugenehmigung. Vielmehr schafft sie die Grundlage dafür, dass Rio Tinto und die Nyangumarta People die nächsten Schritte gemeinsam gehen können.
Dabei geht es nicht nur um den eigentlichen Bergbau. Die Vereinbarung regelt auch, wie die Interessen der Nyangumarta People während der weiteren Planung und später während der Entwicklung berücksichtigt werden. Umwelt- und Kulturerbe sollen geschützt und mögliche Auswirkungen möglichst vermieden oder reduziert werden.
Das ist für Rio Tinto besonders relevant. Der Konzern hat in Australien in der Vergangenheit schmerzhafte Erfahrungen mit dem Umgang mit kulturell bedeutenden Stätten gemacht. Deshalb ist die aktuelle Zusammenarbeit bei Winu auch unter diesem Gesichtspunkt mehr als eine reine Formalität.
Kupfer statt nur Eisenerz: Rio Tinto baut seine Zukunft um
Winu passt zudem in einen größeren strategischen Wandel bei Rio Tinto. Der Konzern ist traditionell stark vom Eisenerzgeschäft geprägt. Gleichzeitig sollen Kupfer und andere strategische Rohstoffe künftig eine größere Rolle spielen. Denn gerade Kupfer dürfte angesichts der Elektrifizierung der Wirtschaft langfristig besonders gefragt bleiben.
Winu ist dabei nur ein Teil dieser Strategie. Auch Oyu Tolgoi in der Mongolei gehört zu den wichtigsten Kupferprojekten des Konzerns. Hinzu kommen weitere Wachstumsprojekte und Beteiligungen. Damit versucht Rio Tinto, seine Position im Kupfermarkt Schritt für Schritt auszubauen.
Mein Fazit zu Rio Tinto Winu
Für Rio Tinto ist die Zustimmung der Nyangumarta People eine gute Nachricht. Vor allem kommt sie zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern bei anderen Projekten mit politischen und regulatorischen Unsicherheiten kämpft. Winu macht damit einen wichtigen Schritt nach vorne.
Für Anleger bleibt jedoch Geduld gefragt. Bis zum ersten Kupfer im Jahr 2030 müssen noch weitere Genehmigungen erteilt und letztlich Milliardenentscheidungen getroffen werden. Deshalb wäre es zu früh, Winu bereits als sicheren Wachstumstreiber zu verbuchen.
Dennoch gefällt mir die Entwicklung. Rio Tinto bekommt mit Winu ein weiteres wichtiges Kupferprojekt in einer vergleichsweise stabilen Region voran. Wenn die nächsten Genehmigungsschritte ebenfalls gelingen, könnte Winu damit zu einem wichtigen Baustein der langfristigen Kupferstrategie von Rio Tinto werden.
Und genau deshalb sollten Anleger das Projekt jetzt im Blick behalten. Denn bei Rio Tinto entscheidet sich ein Teil der langfristigen Wachstumsstory längst nicht mehr nur beim Eisenerz, sondern zunehmend beim Kupfer.

